Sicherheit beim Feuerwerk

Sicherheit ist oberstes Gebot beim Feuerwerk. Feuer ist heiß und führt bei direktem Kontakt zu schweren Verletzungen. So einfach sich dieser Satz anhört – so schnell wird er vergessen, wenn an Silvester Alkohol mit von der Party ist. Und das ist er natürlich, sonst wäre es ja kein Silvester.

Klar ist dann auch, dass am nächsten Tag wieder die Medien sich mit einschlägigen Berichten überschlagen, welche Verletzungen sich unvorsichtige Partygänger zugezogen haben oder welche Brände versehentlich entstanden sind.

Wie kann man das vermeiden? Gar nicht! Aber man kann im Vorfeld einige Tipps befolgen, um es so unwahrscheinlich wie möglich zu machen, dass etwas derartiges passiert.

Da gibt´s von uns Profis ein paar Tipps, die bei uns gelebt werden – denn wir haben nur eine Haut die unseren Körper bedeckt. Los geht´s:

  1. Alkohol sollte vor dem Abbrennen des Feuerwerks absolut tabu sein. Hört sich schwer an – ist es auch. Gerade an Silvester, wenn alle anderen feiern. Die Reaktionszeit nimmt stark ab und man ist enthemmt. Das heißt, man ist zu mehr Risiko bereit und denkt nicht darüber nach, was denn passieren kann, wenn ich z.B. eine Rakete aus der Hand starte. Alkohol ist also tabu vor dem Feuerwerk.
  2. Nur CE und BAM geprüftes Feuerwerk verwenden und die Anleitung befolgen, die drauf steht. Sicherheitsabstand zu Gebäuden, brennbaren Gegenständen (wie Gas- oder Öltanks, Heuballen, Scheunen, Autos, etc.) und zum Publikum sollte mindestens 20 Meter oder mindestens der auf dem Artikel angegebene Sicherheitsabstand sein. Im Sprenggesetz ist der Abstand nur mit nicht in „unmittelbarer Nähe zu“ definiert. Die Angaben sind deshalb im Netz sehr widersprüchlich. Daumenregel ist hier: Kaliber = Abstand in Metern. Hat meine Batterie einem Kaliber von 15-20mm ist mein Sicherheitsabstand mind. 20 Meter. Warum nur CE und BAM geprüfte Artikel verwenden? Sogenannte „Polenböller“, also ungeprüftes Feuerwerk, hat in der Regel einen viel stärkeren Effektsatz enthalten. Ein Blitzknall-Satz (BKS) ist wesentlich stärker als Schwarzpulver und explodiert auch ohne Verdämmung. Solche Böller sind durchaus mit Handgranaten zu vergleichen und haben die gleiche Wirkung. Geht so ein Böller in der Hand los, ist der Arm bis zum Ellenbogen weg. Damit ist also nicht zu spaßen. Ein weiterer Grund: Wer im Besitz von nicht geprüftem und zugelassenen Feuerwerk ist macht sich strafbar nach dem Sprenggesetz. Strafbar bedeutet, dass es hier keine Ordnungswidrigkeit ist, wie z.B. falsch parken. Man begeht eine Straftat und ist vorbestraft, kommt es zu einer Verurteilung.
  3. Batterien und Raketen immer gegen Umfallen sichern. Manche Batterien haben schon einen Boden, den man nochmal ausklappen und so die Standfläche der Batterie vergrößern kann. Ansonsten einfach vorher ein Stück Verpackungskarton drunter kleben. Wir machen das mit Heißkleber. Raketen immer aus Glasflaschen (Wasserflaschen) starten. Plastikflaschen halten den heißen Abgasstrahl meist nicht aus. Die Flaschen sollten immer im Kasten stehen bleiben, so können sie nicht umfallen. Ganz schlecht sind Sektflaschen, weil die (gerade bei unebenen oder schrägem Untergrund) sehr zum Umfallen neigen. Wir Profis haben meist ein eigenes Raketenabschußgestell. Das ist eine simple Holzkonstruktion mit Dachlatten und großen Ösen, wo die Raketen reingehängt werden und ungehindert nach oben aufsteigen können.
  4. Batterien und Raketen immer im Freien und nie unter Bäumen, Vordächern, Stromleitungen oder auch vom Balkon aus zünden.
  5. Falls eine Fehlzündung dabei ist, NIEMALS nachzünden! Manche Batterien (meist Batterien im Profibereich) haben manchmal eine Ersatz-Zündschnur. Hier darf man nachzünden, aber sollte vorher mindestens 10 Minuten warten! Am besten erst alles andere zünden und den „Versager“ dann zum Schluss nachzünden.

Unfälle passieren und können nie zu 100% ausgeschlossen werden. Mit den obigen Tipps werden sie hoffentlich so unwahrscheinlich wie möglich.

Was sollte ich machen, wenn doch etwas passiert ist?

  1. Immer Ruhe bewahren und überlegt handeln. Hektik und Panik bringen überhaupt nichts und machen es nur noch schlimmer.
  2. Sind Personen verletzt worden, diese immer erst aus dem Gefahrenbereich bringen und sich um diese kümmern.
  3. Im Brandfall sollten eigene Löschversuche nur durchgeführt werden, wenn man sich selbst nicht dadurch in Gefahr bringt!
  4. Wenn Du die Lage nicht einschätzen kannst, immer sofort 112 anrufen und Hilfe anfordern. Wenn Du anrufst, sage deinen Namen, beschreibe ruhig was passiert ist und ob Personen verletzt sind. Nicht hektisch oder panisch reagieren. Das verzögert nur die Hilfe!
  5. Falls etwas in Brand geraten ist, die Anwohner und Nachbarn informieren damit diese sich retten können und nicht auch in Gefahr geraten.
  6. Verbrennungen sofort kühlen und ggf. nur mit klarem Wasser abspülen.
  7. An der Unfallstelle bleiben und die Feuerwehr/Retter bei Ankunft einweisen.

Wir hoffen natürlich, dass ihr die letzten Tipps nie anwenden müsst und es ordentlich krachen lasst zu Silvester. Allzeit gut Schuss und seid immer vorsichtig! Respekt vor der Materie hat sich immer ausgezahlt. Kommt gut ins neue Jahr!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.